Gesundheits­management bei chronischen Erkrankungen

Chronisch Erkrankte benötigen eine kontinuierliche, koordinierte ärztliche Betreuung. Offiziell werden diese Programme als Disease-Management – also Krankheitsmanagement – bezeichnet. Gemäß unserer Praxisphilosophie sprechen wir von: Gesundheitsmanagement.
Unser Gesundheitsmanagement besteht aus einem System koordinierter Gesundheits­versorgungsmaßnahmen und Informationen für unsere Patienten, rund um die häufigsten chronischen Erkrankungen wie
Koronare Herzkrankheit (KHK)

… ist eine der am häufigsten auftretenden Herzerkrankungen. Rund sechs Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an einer Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut. Ursache sind durch Ablagerungen verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße (Stenose = Herzkranzgefäßverengung) durch

  • zu hohe oder „schlechte“ Blutfette,
  • schädliche Bestandteile im Zigarettenrauch,
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes,
  • zu hoher Blutdruck.

Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombosen, Herzschwäche, chronische Herzinsuffizienz, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) sind typische Folgen.

Eine operative Erweiterung der Herzkranzgefäße (PTCA = Perkutane transluminale Koronarangioplastie) durch Setzen eines Stents oder eine Bypassoperation, bei der die Engstelle überbrückt wird, ist eine häufig angewendete Therapie.

Begleitend wird häufig eine Marcumar-Therapie verordnet. Sie ist ein geeigneter Mittelweg zwischen einem Schutz vor Blutgerinnseln und dem Blutungsrisiko durch Gerinnungshemmung. Die Therapie wird über den sogenannten „Quick-Wert“ gesteuert, der mit entsprechenden Bluttests („Quick-Test“) überwacht wird.

Koronare Herzkrankheit (KHK) kann folgende Symptome zeigen:

Herzschmerzen, Brustschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Ohrensausen, Tinnitus, Hörsturz, Sehstörung, Brustschmerzen, Kribbeln, Herzbeschwerden, Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine, Schulterblattschmerz, Magenschmerz, Durchblutungsstörung, Bluthochdruck, dicke Füße, geschwollene Beine, Atemnot, nicht mehr Treppen steigen können, Kurzatmigkeit, schnell außer Atem kommen, nicht mehr belastbar sein

Asthma

… ist eine lang andauernde (chronische) Entzündung der Atemwege. Asthma (griechisch)  bedeutet „Beklemmung“. Die Beschwerden beim Atmen können anfallartig sein. 

In Folge der Entzündung reagieren die Bronchien mit erhöhter Empfindlichkeit auf  verschiedene Reize (so genannte bronchiale Hyperreagibilität), die von Außen (allergisches Asthma) oder von Innen heraus (nicht-allergisches, intrinsisches) Asthma oder als Mischform kommen.

Typische Symptome von Asthma sind zeigen:

pfeifende Atmung, Husten, Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit, Luftnot

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

… entwickelt sich über Jahre hinweg. Anfangs werden Symptome wie hartnäckiger Husten als Bronchitis, Asthma oder sogar einfach für Raucherhusten gehalten. Vorstufen sind asthmatische Beschwerden oder eine chronische Bronchitis. Diese können sich entwickeln, wenn die Atemwege häufig Tabakrauch, (Fein-)Staub oder (Ab-)Gasen ausgesetzt sind.

Eine COPD wird häufig erst erkannt, wenn bereits stärkere Beschwerden spürbar sind. Viele Patienten sind dann bereits im fortgeschrittenen Alter (60plus).

Beim Krankheitsbild COPD gibt es einen Zusammenhang zwischen chronischer Bronchitis und einem Lungenemphysem, einer ebenfalls chronischen Schädigung der Lungenbläschen. Die Folge ist Atemnot. Schon geringe Anstrengungen im Alltag – wie Gartenarbeit, Treppensteigen oder spazieren gehen – können ausreichen, um außer Atem zu geraten.

Ziel der Therapie ist, ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder zumindest zu bremsen. Wichtig ist vor allem, mit dem Rauchen aufzuhören und in einer möglichst (fein-)staubfreien Umgebung zu leben!

Typische Symptome einer COPD sind:

Husten über eine längere Zeit, Auswurf, Atemgeräusche wie Pfeifen oder Brummen, Atemnot-Anfälle, Atemnot bei körperlicher Belastung, im fortgeschrittenen Stadium: Atemnot bereits bei Ruhe, bei Erkältungen oder Grippeerkrankungen: verstärkte Beschwerden

Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)

… ist eine Stoffwechselerkrankung, entsteht in der Regel schleichend und verursacht häufig erst einmal keine akuten Beschwerden. Deshalb wird die Krankheit zunächst nicht erkannt.

Beim Diabetes-Typ-2 (90% aller Diabetes) reagieren die Körperzellen nicht mehr auf das von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Hormon Insulin. Es dient als „Türöffner“, damit die Zellen den im Blut gelösten Traubenzucker (Glukose) als Energielieferanten aufnehmen können. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt und der überschüssige Zucker wird über den Harn ausgeschieden. (Daher auch die Bezeichnung „honigsüßer Durchfluss“ aus dem Griechischen.) Der permanent zu hohe Blutzucker überfordert irgendwann die Bauchspeicheldrüse und die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin herstellen, werden infolge einer Entzündungsreaktion zerstört.

Beim weniger häufigen Diabetes-Typ-1 (ca. 10% aller Diabetes) sind die Inselzellen durch eine Autoimmunreaktion zerstört. Insulinmangel ist die Folge. Um den erhöhten Blutzuckerspiegel zu senken, müssen Betroffene meist ihr Leben lang Insulin spritzen. Diabetes-Typ-1 tritt oft im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter auf.

GesundheitsCheck DIABETES

Die Diabetes Stiftung DDS hat einen GesundheitsCheck entwickelt. Mit FINDRISK können Sie ein mögliches Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes-Typ-2 zu erkranken, herausfinden.

Hinter der Bezeichnung „Diabetes mellitus“ verbergen sich verschiedene Krankheitsbilder mit unterschiedlicher Häufigkeit:

  • Diabetisches Fußsyndrom (Gangrän) (2,5%)
  • Nierenschwäche (4%)
  • Schlaganfall (Apoplex) (5%)
  • Durchblutungsstörungen der Beine (pAVK) (7,5%)
  • Herzinfarkt, Koronare Herzerkrankung (9,1%)
  • Nervenentzündung (Polyneuropathie) (11%)
  • Diabetische Augenhintergrundveränderungen (12%)
  • Bluthochdruck (75%)
  • (schwere) Parodontitis (fast 100%!)

Diabetes und Parodontitis – zwei Volkskrankheiten treffen aufeinander!

Nur jeder dritte Diabetes-Patient weiß, dass eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) eine typische Begleiterkrankung von Diabetes ist. Betroffen sind nahezu 100% der Diabetiker. Im Vergleich zu Nichtdiabetikern haben Diabetiker ein 3-fach erhöhtes Risiko an Parodontits zu erkranken!

Parodontitis und Diabetes verstärken sich wechselseitig.

Parodontitis ist die Folge bakterieller Entzündungsprozesse. Sie beginnt zwar im Mund, doch können bei einer chronischen Parodontitis Bakterien im Blutkreislauf sogenannte Entzündungsmediatoren freisetzen (körper-eigene Stoffe, die eine Entzündungsreaktion des Organismus hervorrufen). Diese Entzündungsmediatoren führen zu einer verminderten Insulinwirkung an den Zielzellen und somit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie).

Hohe Entzündungsspiegel im Blut wiederum hemmen die Wirkung von Insulin. Die Folgen einer erhöhten Insulinresistenz sind:

  • Die glykämische Kontrolle ist durch die parodontale Entzündung beeinträchtigt,
  • das erschwert die Blutzuckereinstellung,
  • die Diabetes-Folgeschäden werden erhöht.

Daher ist der Gang zum Zahnarzt, damit er für einen gesunden Zahnhalteapparat sorgt, speziell Diabetes-Patienten dringend empfohlen! Durch eine unterstützende Parodontal-Therapie wird die Insulinintensivität sowie die Kontrolle der Blutwerte verbessert.

Typische Symptome eines Diabetes sind:

starkes Durstgefühl, starker Harndrang, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Schlappheit, Abgeschlagenheit, trockene juckende Haut, schlecht heilende Wunden, erhöhte Anfälligkeit bei Infektionen, Fußpilz, Hautinfektionen, Hautgeschwür, Ulcus, schwarze Füße, Durchblutungsstörungen, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, Sehstörung, Schwindel, nach Azeton riechender Atem (nur Diabetes Typ I)


Etwa jeder 5. Bewohner Deutschlands leidet an einer dieser chronischen Zivilisations­krankheiten. Sie werden so genannt, weil sie ihre Ursachen zumeist in den modernen Lebensumständen bzw. in einem entsprechend ungesunden Lebenswandel haben wie schlechte Ernährung, Bewegungsarmut, Rauchen, Stress, Umweltgifte. Es liegt auf der Hand, dass eine Änderung der Lebensweise der wichtigste Vorsorgebeitrag ist, damit keine Verschlechterung der Krankheitsbildes sowie der -folgen eintritt.

Bei uns sind Sie in guten Händen:
DMP-basierte Behandlung bei chronischen Erkrankungen

Chronische Krankheiten zeigen häufig eine Reihe verschiedener Symptome. Die Folge ist, dass ein chronisch kranker Patient verschiedene Fachärzte als Anlaufstelle haben kann.

Als Ihre Hausärzte koordinieren wir Ihre Versorgung. Wir sprechen Fachärzte an und sammeln die Unterlagen Ihrer Patientenakte, weil diese für spätere Renten-, Kur- oder Schwerbehindertenausweis-Anträge wichtig sind.

Durch diese koordinierte Behandlung entsprechend dem Disease-Management-Programm (DMP) bewahren wir unsere Patienten vor Folgeerkrankungen, sorgen für eine Verbesserung der Lebensqualität und – vor allem in schweren Fällen – eine Verlängerung der Lebenszeit.